Sonntag, 3. August 2014

10 Gründe warum ich PHP mag

Auch wenn es sich inzwischen etwas gebessert hat - PHP-Bashing ist nach wie vor immer noch “IN” - denn durch nichts kann man seine eigene, angebliche Professionalität besser unter Beweis stellen, als wenn man etwas aus dem erfolgreichen Mainstream mal so richtig “abwatscht”.

Ich arbeite wie viele hier mit mehren Sprachen, aber PHP gehört trotzdem zu meinen Favoriten.
Sicher, C-Syntax ist auf einer deutschen Tastatur etwas unbequem zu schreiben. Auch nimmt meines Erachtens die Lesbarkeit einer Sprache mit zunehmender Anzahl der Zeichen jenseits von A-Z rapide ab, aber das hält sich bei PHP in Grenzen.

1. “Batteries included”

PHP hat viele wesentliche Fähigkeiten “on Board”. Beim Arbeiten mit Zip-Dateien, Datenbanken, FTP oder XML, es sind keine “using”, “use” oder “Imports” notwendig um grundlegende Dinge zu tun. Man ist nicht ständig auf externe Klassen oder dll’s angewiesen.
PHP bringt nicht alles mit – aber sehr viel.

2. “Multiparadigma” – Programmierung prozedural oder objektorientiert

Ich kann es mir frei aussuchen ob ich ein Programm auf die schnelle “top-down” gestalte oder objektorientiert mit Klassen arbeite. Große Projekte kann ich objektorientiert entwickeln, kleinere auf die Schnelle prozedural – oder umgekehrt, frei nach Shakespeare: “Wie es Euch gefällt”.

3. Schwache, dynamische Typisierung

Eine '1' ist eine 1: Bei PHP brauche ich sie nicht zu Integer, Float oder String konvertieren.
Es gibt im Web unzählige Quellen für Daten – Datenbanken, Textdateien, XML oder POST und GET – und ich möchte mir keine Gedanken über einen vielleicht gelieferten oder im Programm festgelegten Typ machen müssen. Ich brauche die Werte und will mich auf die wirklich notwendigen, logischen und inhaltlichen Prüfungen beschränken.
Das Web selbst kennt keine Typisierung, keine Integer oder Strings. Und das Typsystem einer Sprache für das Web soll mich adäquat unterstützen – mir aber nicht unnötige Arbeit bescheren.
Late binding, eines der wesentlichen Merkmale der Objektorientierung, ist sowieso nur mit dynamischer Typisierung möglich.

4. OS-unabhängig und portabel

Ich kann lokal unter Windows entwickeln, die Seiten im Web unter Linux oder Unix zur Verfügung stellen – und umgekehrt. Unter Windows kann ich PHP portabel ohne Installation einsetzen, sehr hilfreich auf produktiven Servern auf denen sonst keine Installationen vorgenommen werden können oder dürfen. Sogar unterschiedliche Versionen können so problemlos auf einem Rechner genutzt werden, beispielsweise für Tests. Ja, auf einem Mac läuft PHP natürlich auch.

5. Im Web und auf der Kommandozeile

PHP ist eine Sprache für das Web – und inzwischen auch für Administrationsaufgaben auf der Kommandozeile über das command-line interface, CLI. Rechenintensive Aufbereitung und die Übertragung von Daten für den Webauftritt oder auch für andere Zwecke – früher eine Domäne von Sprachen wir Perl oder VBScript – kann man problemlos mit PHP erledigen, vorhandenen PHP-Code mit nur geringen Änderungen nutzen.

6. PHP lebt und hat eine große Community

Es gibt eine sehr aktive und hilfsbereite Community von Anwendern, die in Foren und Webseiten helfen. Dokumentationen und Beispielcode gibt es für unzählige Anwendungsfälle.
PHP wird darüber hinaus sehr aktiv weiterentwickelt und neue Entwicklungen und Verbesserungen fließen zügig in die Sprache ein.

7. Viele Entwicklungsumgebungen

Man hat die Qual der Wahl: Ob es der einfache Editor ist, universelle Werkzeuge wie Geany, PSPad oder Notepad++ oder doch mächtige IDEs wie Eclipse, NetBeans, Dreamweaver oder Zend. Man hat die Wahl und ist zu keinem Zeitpunkt an das Vorhandensein eines bestimmten Werkzeugs gebunden.

8. Interpretiert

Bei PHP ist der Quellcode gleich dem Programm. Egal wie der Ablauf bei der Entwicklung im Einzelfall aussehen mag, man hat in letzter Konsequenz immer Zugriff auf den Quellcode der direkt ausgeführt wird. Keine Applikation, die erst im Backend mit einer speziellen Entwicklungsumgebung kompiliert und erst danach bereitgestellt werden kann.
Ein Projekt kann noch so alt und vergessen sein – so lange der FTP-Zugriff möglich ist, ist auch der Zugriff auf den Quellcode gewährleistet.

9. Viele CMS, Frameworks und Datenbanken

Niemand möchte das Rad ständig neu erfinden, wohl aber an den gelieferten Rädern noch etwas Tuning betreiben können. Zahlreiche CMS und Frameworks stehen für die unterschiedlichsten Aufgaben und Zwecke zur Verfügung. Und wer PHP kennt, kann Anpassungen und Änderungen vornehmen oder eigene Erweiterungen schreiben.
Auch die Datenbankunterstützung von PHP ist vorbildlich, alle großen Namen sind vertreten. Und mit SQLite ist eine leistungsfähige Datenbank sogar direkt integriert.

10. Eine Sprache für das Web

Das Web ist weder eine Desktop-Applikation noch eine zentrale Datenbank. Das Web ist zustandslos, es kann tausende von Abfragen in kürzester Zeit geben, die verschiedensten Transaktionen müssen mit unterschiedlichen Backend-Systemen abgewickelt werden. HTML, CSS und JavaScript wollen eingebunden sein.
Als Sprache ist PHP für das Web ausgelegt. PHP ist schnell und flexibel, sowohl in der Entwicklung als auch bei der Ausführung einer Webseite oder der Aufbereitung von Daten. PHP bringt die unterschiedlichsten Anforderungen und Systeme zusammen. Es ist praktisch überall verfügbar. Ach ja, und es ist recht günstig.

Also, ich mag PHP…

Ursprünglich war dieser Artikel von mir am 30. August 2010 auf phphatesme.com erschienen. Damit ist die Reihe älterer Artikel auch fast abgeschlossen, denn nicht alles ist nach wie vor von Interesse.

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