Sonntag, 27. Juli 2014

Die 10 goldenen Regeln der Programmierung

Die meisten Entwickler haben sie in der einen oder anderen Form, aber bei jedem sehen sie vermutlich etwas anders aus: Die 10 goldenen Regeln der Programmierung.

1. Benutze eine IDE

Programmieren ist kein Duell im wilden Westen, es gewinnt nicht der, dessen Editor schneller gestartet ist.
Mit zunehmender Komplexität und steigenden Anforderungen ist man über jede Hilfe dankbar: Refactoring, Fehleranzeige, Codevervollständigung, Strukturansichten – erst unter Zeitdruck und jenseits von 1000 Zeilen Code fängt man an zu verstehen warum eine Entwicklungsumgebung wirklich sinnvoll ist.

2. Benutze OOP

Baue Dein Programm immer objektorientiert auf. Die Anzahl der Fehler und die kürzere Fehlersuche werden es Dir danken. Und wiederverwendbaren Code gibt es wirklich!

3. OOP ist nicht die Realität.

…und auch keine Abbildung davon. Und niemand kann behaupten, die Prozesse und Abläufe der Wirklichkeit seien auch tatsächlich von Vorteil.
Sei wenigstens so arrogant zu glauben Du bekommst es besser hin als die Realität.

4. Keine Angst vor Funktionen

Setze Klassen und Objekte immer ein wenn es Sinn macht – scheue Dich aber nicht genauso normale Funktionen zu verwenden oder Teile auch prozedural zu entwickeln wenn es Sinn macht. PHP ist nicht Smalltalk, Du darfst das.

5. Verändere keine Variablen, niemals

Im Arbeitsspeicher ist immer noch Platz für eine weitere Variable.
Wenn Du einen Wert ausgelesen oder generiert hast, behalte ihn in seiner Urform. Musst Du ihn modifizieren nimm eine neue Variable – Du weißt nie wann Du den Wert in seiner Urform noch einmal brauchst oder wie schnell Du eine Modifikation vergessen hast und dann den Fehler suchst oder den Wert an anderer Stelle wieder “zurückbauen” musst.

6. Primitiv oder genial einfach?

Schreib Deinen Code so einfach, dass man ihn nicht nur lesen, sondern auch verstehen und vielleicht sogar warten kann.
Ein paar gesparte Zeilen, zwei oder drei Bedingungen zusammengezogen, aus drei IFs eine machen? Die nächste Fehlersuche wartet schon auf Dich – oder der Kollege, der Deinen komprimierten, unlesbaren Code warten darf.

7. Keine Baustellen (“broken window”)

Die schwierigste aller Regeln, also versuch es trotzdem: Bereinige Fehler sofort.

8. Optimiere das Design – nicht den Code

Kein Code kann mehr Zeit kosten als unnötige Datenbankabfragen, unsinnige Durchläufe oder umständliche Prozesse. Code-Optimierungen hingegen sind wie die dunkle Seite der Macht – sie sind schnell, verführerisch! Aber sie bringen nur unermessliches Leid in Form neuer Fehler oder schlechter Wartbarkeit.

9. Vertraue dem Compiler

Er ist schnell, er ist Dein Freund und er übernimmt die notwendigen Optimierungen. Was er nicht schafft, schafft ein schnellerer Prozessor oder eine Cache-Engine!

10. Kenne Deine Sprache

Du kannst nur dann auf Optimierungen wirklich verzichten, wenn Du Deine Sprache kennst und mit ihren Stärken und Schwächen umgehen kannst.

11. Keine goldenen Regeln

Niemals!

Wer etwas sich etwas ernsthafter mit dieser Thematik auseinandersetzen möchte dem seien folgende Bücher ans Herz gelegt:
“Code Craft” von Pete Goodlife
“The Mythical Man-Month” von F. P. Brooks, Jr.
“The Pragmatic Programmer” von Andrew Hunt und David Thomas

Und wie sehen Eure Regeln aus? Machen solche Regeln Sinn oder sind sie nur ein netter Spaß?

Dieser Beitrag ist ursprünglich am 1. Juni 2011 auf phphatesme.com erschienen, als kurze Betrachtung über (mögliche) goldene Regeln der Programmierung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen