Donnerstag, 24. Februar 2011

eBooks - geliebt, verdammt und unverstanden?

eBooks gibt es nun seit geraumer Zeit, eBook-Reader haben inzwischen einen technisch akzeptablen Stand und Preis erreicht. Sicher sind noch weitere Verbesserungen und Preissenkungen nötig.

Weder ist das klassische, gedruckte Buch verdrängt worden, noch sind eBooks ein Misserfolg. Es scheint als würden beide "Welten" dauerhaft und problemlos nebeneinander existieren können.

Die Frage kann also nicht lauten "eBook oder klassisches Buch", sondern:

Wann sind eBooks sinnvoll?

Sicherlich hat jeder Lesende eigene Vorstellungen, aber ich denke es lassen sich Tendenzen erkennen. Ob sie für jeden Gültigkeit haben, ist eine andere, durchaus berechtigte Frage.

Kinderbücher?

Als Reserve wenn man unterwegs ist und vielleicht zwischendurch oder abends im Urlaub etwas zum Vorlesen haben möchte. Was aber fehlt ist das haptische Erlebnis für Kinder, das "Selbst-Durchblättern", das Erleben und Fühlen eines Buches als Ganzes. Und wo bleibt das vorgelesene Buch dann später für den Leseanfänger? Nimmt er Papas Kindle oder Oyo abends mit Taschenlampe unter die Bettdecke? Schwer vorstellbar.

Belletristik?

Das schnelle Taschenbuch zur Entspannung und Erholung? Der Krimi oder die phantastische Geschichte, die ohne viel Aufhebens schnell gekauft, schnell gelesen und genauso rasch wieder vergessen ist? eBook-Reader haben genau hier ihre Stärke. Über den angebundenen Shop kann Belletristik genauso schnell gekauft wie gelesen werden. Gerade wenn ein Text linear von Anfang bis zum Ende gelesen wird, entfaltet der eBook-Reader seine Stärke.
Die Möglichkeit zumindest bei Amazon längere Probekapitel in sekundenschnelle herunterzuladen tut ein weiteres.

Fachbücher?

Sie wollen etwas aus einem schwergewichtigen Fachbuch lernen? Mit einem eBook-Reader sparen sie sich einiges von diesem Gewicht!
Aber lernen? Man darf niemals unterschätzen wie es gerade beim Lernen wichtig ist "mal eben" ein paar Seiten zurückzuschlagen oder noch einmal zur Verdeutlichung eine dargestellte Tabelle oder Grafik mit einem schnellen Blick wieder ins Auge zu fassen. Die Möglichkeit Lesezeichen zu setzen oder auch andere Techniken zur Navigation im Dokument helfen da wenig, es bleibt zu langsam, zu umständlich.
Bei einem eBook-Reader haben sie einen zu kleinen Ausschnitt, aber niemals den "großen Blick auf das Ganze" - auch wenn es sich dabei nur um zwei gegenüberliegende Seiten handelt. Gerade das sollte man für das Lernen nicht unterschätzen.
Vollständig verloren ist man wenn man mit einem eBook-Reader in zwei oder mehreren eBooks parallel arbeiten möchte.
Anders sieht es aus, wenn man mehrere Werke als Referenz oder zum Nachschlagen mit sich führen möchte, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Fazit?

Mit einem eBook-Reader kann man via WLAN das Internet nutzen, MP3s und Hörbüchern lauschen, sogar aktuelle Nachrichte lesen. Dafür sind Kontrast, Akku-Laufzeit und Robustheit bei einem Buch ungeschlagen.

Zumindest bei mir hat der eBook-Reader ausgedient. Fachbücher sind meine Abendlektüre und das "Hin- und Herklicken" zwischen den Seiten dauert einfach zu lange, der Schirm ist zu klein und (nicht einmal) eine Seite in der Darstellung ist zu wenig. Einzig die englischen Science-Fiction-Romane von Amazon werden mir fehlen.

...fehlt mir nur noch ein neues zu Hause für meinen treuen Kindle zu finden.

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